Aktuelles

aus den Einrichtungen der der GesA.

Pepper – Eine andere Art der Kommunikation

Im Rahmen des Sonderprogramms „Zugänge erhalten – Digitalisierung stärken“ mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW freuen wir uns sehr, dass unser Projekt „Pepper – eine andere Art der Kommunikation“ gefördert wird.

Corona-Lockdown: Das Gefühl, dass alles still steht. In NRW gelten Kontaktbeschränkungen und Abstandsregelungen. Seit dem ersten Tag gab es für unsere Bewohner*innen einen massiven Einschnitt in ihrer Lebensqualität und Alltagsstruktur. Gerade für Menschen mit kognitiven Defiziten, wie z. B. dementiell Erkrankte, ist es schwierig zu verstehen, was gerade passiert. Warum verhalten sich alle so merkwürdig? Warum sind bei allen Mund und Nase verdeckt? Mitarbeiter*innen stehen vor der täglichen Herausforderung, nicht nur die strengen Vorgaben der Hygienerichtlinien zu beachten, sondern zu den pflegebedürftigen Menschen Abstand zu halten. Jede*r Mitarbeiter*in, die*der sich entschieden hat, in einer Pflegeeinrichtung tätig zu sein, tut dies aus sozialem Engagement, Hilfsbereitschaft und ist mit ganzem Herzen dabei. Bei allen vorhandenen Einschränkungen haben die Pflegeeinrichtungen der GesA mit vielen kreativen Ideen Möglichkeiten geschaffen, den Kontakt zwischen Bewohner*innen und Angehörigen herzustellen. So z. B. durch Videoanrufe mit Tablet oder bei den ersten Lockerungen der Besuchsbeschränkungen durch zusätzliche Besucher*innenräume unterteilt mit Plexiglasscheiben.

Mit dem Projekt „Pepper – eine andere Art der Kommunikation“ möchten wir nun noch einen Schritt weiter gehen und in unseren Einrichtungen das Wohlbefinden und die Lebensqualität auf neue Art und Weise steigern. Pepper ermöglicht jeder*m Bewohner*in und Mitarbeiter*in barrierefreie Teilhabe, mit dem Effekt von z. B. „ein Ohr leihen“, „Trost spenden“ oder „Hilfestellung geben“.

Pepper ist ein humanoider Roboter, der in der Lage ist, mit Menschen per Mimik, Gestik, und Körperhaltung zu kommunizieren. Pepper spricht Menschen an, die sich in seiner Umgebung aufhalten. Er reagiert aber auch auf Ansprache, Berührungen und kann die Stimmungslage seiner menschlichen Gesprächspartnerin wahrnehmen und entsprechend interagieren. Seine Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Er unterhält seinen Gegenüber mit aktuellen Nachrichten und Spielen, animiert zu körperlichen Aktivitäten, dient als interaktiver Wegweiser, klärt über die Hygienevorschriften auf oder unterstützt bei Schulungen und der allgemeinen Bildung. Auch erlaubt die Telepräsenzfunktion des Roboters Bewohner*innen, die sich isoliert in ihren Zimmern aufhalten müssen, mit ihren Angehörigen per Videotelefonie zu kommunizieren. Der Zugang ist hier ein anderer als bei der reinen Tablet-Nutzung, denn Pepper hilft bei der Einrichtung der Unterhaltung.

Die Software „FLOWmanager“ ermöglicht eine selbständige Programmierung eigener individueller Anwendungen, z.B. im Rahmen von Betreuungsangeboten (Rätselspiele, Gymnastik, Musizieren etc.) oder Schulungen (Pflichtschulungen, Leitbildtage). Beim Einsatz von mehreren „Pepper“ Robotern kann die Software „FLOWmanager“ von überall und auf jedem Endgerät genutzt werden – ein Pepper lernt sozusagen von einem anderen.

Schließlich ist der Einsatz von Pepper nicht nur in Zeiten der Pandemie sinnvoll, sondern auch zukünftig. Unter dem Leitsatz, die Pflege noch besser zu machen, menschlich zu bleiben und das Pflegepersonal durch technische Hilfsmittel zu unterstützen. Das Ziel ist es, einen vielseitigen, individuell abgestimmten Einsatz mit Robotern als neue Form internetgestützter Aktivitäten zur Betreuung, Begleitung, Unterstützung und Unterhaltung der Bewohner*innen zu gewährleisten.